Opulenta – Mode ist für alle da!

Heute stelle ich euch ein kleines Schatzkästchen vor, dass gleich bei mir um die Ecke liegt: „Opulenta – Mode für Frauen mit Kurven“. Am 23. April veranstalten wir gemeinsam eine Dessousparty. Und wenn ihr diesen Artikel gelesen habt versteht ihr sicher, warum ich mich darauf schon freue. Und so ganz nebenbei erzähle ich euch ein Stück meiner eigenen Modegeschichte.

Eine eigene Boutique war schon immer Anne N’diayes Traum. Früher kaufte sie bei den bekannten Ketten für große Größen. Allerdings gefiel ihr das meiste nicht. Anne setzte sich selbst an die Nähmaschine. Und war glücklich, als sie – damals noch in Krefeld – einen Laden entdeckte, der auch mal etwas Verrücktes und Schickes anbot. „So etwas hatte ich bis dahin noch nicht gesehen.“

Ein Traum wird wahr

Inhaberin Anne N'diaye

Inhaberin Anne N’diaye

Als Anne N’diaye ihr eigenes Geschäft Opulenta im November 2012 eröffnete, war sie gespannt. Würden auffällige Teile in großen Größen auch in Hannover gut ankommen? Die Aufregung und Mühe hatte sich gelohnt: „So viele tolle Frauen! Wir waren alle ganz überrascht und erfreut!“ schwärmt sie.

Bei Opulenta findet ihr besondere Mode von Größe 42 bis 60, hauptsächlich aus Naturfasern. Die meisten der angebotenen Hersteller_innen produzieren in Europa, was ich toll finde. Dafür sind die Preise absolut bezahlbar 🙂 Und es gibt keine Mode von der Stange: Im Laden könnt ihr nur Einzelstücke erwerben. Wer hier einkauft, kann einen ganz eigenen Look kreieren.

Mode ab Größe 54? In Deutschland Mangelware

Schöne Kleidung in großen Größen ist in Deutschland leider immer noch Mangelware. Zwar gibt es inzwischen in vielen Geschäften auch eine Plus Size Abteilung, allerdings überschreitet man mit Kleidergröße 54 eine Grenze.

Das habe ich gemerkt, als ich mich selbst an dieser Grenze befand. Mit Größe 52/54 schien es fast unmöglich, eine passende Bluse zu finden. Oder einen Wintermantel. In den Geschäften, in denen ich sonst immer etwas gefunden hatte, war mir alles zu klein. Eine frustrierende Erfahrung.

Weil ich keine Lust mehr auf Enttäuschungen hatte, wurde ich zur klassischen Onlineshopperin. Die meisten Sachen bestellte ich im Ausland. In den hier so üblichen Shops fand ich mich nicht wieder. Mein Stil hatte sich schließlich nicht mit meiner Kleidergröße geändert.

Punkte! Ich liebe Punkte :)

Punkte! Ich liebe Punkte 🙂

Gebranntes Kind

Opulenta kannte ich schon in meiner 52/54-Zeit, von draußen. Irgendwie war ich aber immer zu falschen Zeiten in der Gegend oder (und das wird wohl eher der Grund sein) ich hatte Bedenken, dass es dort für mich auch wieder nichts gibt. Und wenn, dann nur Unförmiges. Oder so. Vor allem wollte ich mich keinen Sprüche á la „Kaschiert!“ aussetzen.

Mode ist für alle da. Jetzt.

Jetzt, wo ich Annes Geschäft kenne, weiß ich, dass diese Bedenken unbegründet waren. Wir haben da so einiges gemeinsam. Zum Beispiel den Ansatz, das Mode ein Stilmittel ist, um die Persönlichkeit zu unterstreichen. Und niemals eine „Notlösung“, die verbergen soll, dass ich mein (oder doch das gesellschaftliche) Ideal nicht erreicht habe und vielleicht auch nie erreichen werde. Mode ist toll. Und nicht dazu da, so zu tun, als sei ich jemand anderer.

Trotzdem ist es eine Tatsache, dass Menschen von der Mode oft enttäuscht werden. Diese Enttäuschung kann man auch in der Beratung spüren. Kundinnen hören oft schon ab Größe 42: „Ihre Größe führen wir nicht. Da müssen Sie sich mal woanders umsehen.“ Ganz schön traurig, denn die durchschnittliche Kleidergröße liegt schließlich irgendwo zwischen 40 und 44.

Deshalb ist es für viele Kundinnen eine schöne Erfahrung, dass hier alle Verkäuferinnen so sind wie sie. Niemand ist perfekt. Aber keinen stört das. Es fördert vielmehr die Vielfältigkeit, das ganz individuelle starke Auftreten. „Manche Kundinnen haben eine unglaubliche Ausstrahlung. Ihre Präsenz ist deutlich zu spüren und ihre Lebensfreude füllt den ganzen Laden. Das zu erleben, ist immer wieder wunderbar.“
Dass es in manchen Größen wenig Auswahl gibt, wird nicht als Ansporn zur Veränderung der Kundin gesehen, sondern als ihr Anliegen an die Industrie. Anne setzt sich dafür ein, dass ihre Kundinnen gehört werden: „Viele Hersteller_innen haben das noch nicht erkannt und fürchten, Kleidung ab Größe 60 könnte keine Abnehmerinnen finden. Dabei ist der Bedarf da. Jede möchte etwas zum Anziehen haben, das ihr gefällt. Das ist doch ganz normal.“

Für die Kundinnen.

Die Kundinnen von Opulenta freuen sich, dass man hier auf ihre Bedürfnisse eingeht, ohne das extra zu betonen. Die Umkleiden sind geräumig. Und es sind die kleinen Details, die man zuerst vielleicht nicht so bedenkt. So gibt es zum Beispiel Söckchen und Stulpen mit flexiblem Bund, der nicht einschneidet, aber dennoch nicht zu locker sitzt. „Wenn Hersteller_innen ihren Größenbereich erweitern, werden die Maße oft nur skaliert. Dann liegen Ärmel auf einmal nicht mehr an und Ausschnitte sitzen tiefer als gewünscht. Bei Marken, die sich auf große Größen spezialisiert haben, werden die Schnittmuster extra für diese Größen angefertigt“, erzählt Anne. Dass es viel ausmacht, wenn Muster an realen Personen angepasst werden, kann ich bestätigen. Bei Dessous, die es in einem sehr großen Größenspektrum gibt, passen die Teile in den Randgrößen eher mäßig. Mir gefällt, dass hier auf so etwas geachtet wird.

Das Angebot des Geschäfts richtet sich übrigens nicht nur an dicke Kundinnen. „Frauen, die den lockeren Lagenlook mögen und z.B. Kleidergröße 40/42 tragen, kaufen hier ebenfalls gerne ein“, erzählt mir Anne. Eine Auswahl der Marken, die ihr hier finden könnt: Túrbulence, Labass, Les Freres, D’Celli, Ewa i Walla, maxjenny, Lissmore, Grand Moda, Campagne, Chalona, Privatsachen, Amandine, Luba, zedd.+, AKH, Vincenzo Allocca, Luukaa, OPHILIA . Handgemachte Hüte gibt es übrigens auch. Und auch hier wurden neben den modischen die praktischen Aspekte bedacht: Die Hüte sind so konstruiert, dass sie sich bequem im Koffer transportieren lassen, sich danach aber knitterfrei entfalten.

Neben Kleidung möchte die Inhaberin Interessentinnen ihres Ladens auch Kultur und Information bieten. Im Laden finden Ausstellungen statt. Künstler_innen können ihre Werke zeitweise bei Opulenta ausstellen lassen. Gemeinsam beraten sie mit Anne, ob und welche Werke zur freundlichen und warmen Ladeneinrichtung passen. Anne hat ein Auge dafür, was wirkt. (Weitere Infos auf der Homepage unter „Opulenta goes Art“ )

Ab und zu gibt es nach Ladenschluss Veranstaltungen. Oder auch mal ein fröhliches Fest. Ein Video davon, das ich auf Opulentas Facebookseite (Link) entdeckt habe, hat mich übrigens darin bestärkt, den Kontakt aufzunehmen. So viel Fröhlichkeit steckt an.

Ein Wunsch an euch

Zum Schluss unseres Gesprächs frage ich Anne, ob wir noch etwas vergessen haben? Darauf antwortet die rheinische Frohnatur: „ Ich wünsche mir, dass die Frauen ein bisschen mutiger werden. Mit schöner Mode sollten wir uns ein Geschenk machen, nicht der Gesellschaft. Die Ausstrahlung zählt, die Kilos sind dabei doch ganz egal!“

Vielen Dank für diesen netten Nachmittag bei Rhabarberkuchen und Kaffee, garniert mit einer ordentlichen Portion Lachen und Lebensfreude! Wenn ihr Opulenta noch nicht kennt, solltet ihr das ändern 🙂 Und vielleicht sehen wir uns ja, am 23. April bei der Dessousparty!

Kontaktdaten: Höltystr. 23/Ecke Marienstraße, 30171 Hannover. Öffnungszeiten: Mo- Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Opulenta im Netz: www.opulenta.de, Facebook, Youtube

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