Dessous Diary vorgestellt – Ein Blog über schöne Wäsche und den kleinen Luxus für jeden Tag!

Heute möchte ich euch eine liebe Blogkollegin von mir vorstellen, Lea vom Blog Dessous Diary. Ihr kennt Lea bereits von einem Gastartikel zum Thema elfenhafte Lingerie in Nude, der vor ein paar Wochen auf BH Lounge Blog erschienen ist. Heute möchte ich ein bisschen mehr über Lea und Dessous Diary wissen und habe deshalb genau nachgefragt 😉

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Anne-Luise: Hallo Lea! Schön, dass du dir Zeit für unser Interview nimmst 🙂 Als erstes würde ich gerne wissen, wie du zum Thema Lingerie gekommen bist. Bei allen Frauen aus unserer Branche, mit denen ich bisher gesprochen habe, gab es da so eine eigene Geschichte. Einige haben sich schon immer für filigrane und besondere Designs begeistern können, andere haben selber einfach nie das passende „Drunter“ gefunden und begannen deshalb, sich mit Unterwäsche zu beschäftigen. Wie war das denn bei dir? (und vielleicht als anschließende Frage: Wie ist daraus Dessous Diary entstanden?)

Lea: Für schöne Dinge wie Mode, Dessous, Kunst, Dekoration konnte ich mich schon immer begeistern. Ich bin echt

Lea von Dessous Diary

Lea von Dessous Diary

ein Ästhet, wenn man das sagen kann. Ich sortiere Bücher nach Farben – ich bin da etwas verrückt. Eigentlich war schnell klar, dass ich etwas in Richtung Mode und Menschen machen möchte, ich bin dann im Erzieherinnen-Job gelandet. Aber das hätte mich auf Dauer nicht erfüllt. Da ich schon immer gerne geschrieben habe, und mein Talent eher beim Wort und nicht bei der Zahl liegt, kam ich auf die Idee Modejournalismus & Medienkommunikation zu studieren. So konnte ich perfekte Laster und Leidenschaft verbinden. Mein erstes Praktikum habe ich bei einem Fachmagazin für die Wäscheindustrie absolviert – das war meine erste Begegnung mit der Wäsche. Und ich bin jetzt schon seit sieben Jahren für dieses Magazin tätig. Aus dieser Tätigkeit heraus entstand Dessous Diary – ich wollte ein stilvolles Blog für Dessous gründen, denn Modeblogs gibt es mehr als genug.

Anne-Luise: Ich habe Dessous Diary zum ersten Mal entdeckt, als Anja begann, als Big Cup Expertin aktuelle Kollektionen von Hersteller*innen größerer Körbchengrößen vorzustellen. Soweit ich weiß, schreiben noch mehrere Autorinnen für Dessous Diary, deine „Miedermädchen“ 🙂 Hat da auch jede ihr Spezialgebiet?

Lea: Ja, jede hat ihren Faible. Victoria lebt in Paris und schreibt viel über die Geschichte der Wäsche oder auch einzelnen Wäschestücken. Aber auch tolle Designerportraits über Stella McCartney oder Chantal Thomass. Lili lebt in Montpellier und schreibt gerne über Strümpfe, aber auch Nachtwäsche. Magda ist eine Studienkollegin von mir und berichtet über Labels und Kollektionen – besonders gerne Beachwear und Dessous. Scarlett ist Dessousdesignerin bei Lost in Wonderland aus Berlin und schreibt über Newcomermarken, die man in Deutschland noch nicht gut kennt, aber auch zu Fitting-Themen. Und ich bin quasi Miedermädchen für alles ;-).

Anne-Luise: Ich habe immer so den Eindruck, dass sich die Designs im internationalen Vergleich ganz schön unterscheiden. Während britische Hersteller*innen sich an wilde Muster und Farbkombinationen heranwagen, scheinen deutsche und französische Dessousdesigner*innen eher auf schlichte, gedeckte Farben wie Taupe oder Cassis zu setzen. Sind deutsche Frauen etwas zurückhaltender, was das Design betrifft?

Lea: Momentan ändert sich die Einstellung deutscher Frauen zu Dessous. Das hat besonders mit „Shades of Grey“ zu tun – die Frauen werden mutiger. Und das ist für die gesamte Branche prima. Weiße BHs im glatten Design braucht Frau ebenso wie schwarze Spitze. Aber du hast Recht: Viel Farbe und bunte Musterungen laufen eher weniger bei uns. Das hat aber auch damit zu tun, dass die deutschen Frauen eher praktisch kaufen und – so ab 35 Jahren – nicht mehr bei H&M Wäsche kaufen. Und schicke, hochwertige Wäsche hat ihren Preis. Da muss es dann etwas sein, das lange seinen Zweck erfüllt. Aber ich bin mir sicher, dass auch die deutschen Damen sich mehr trauen, wenn man ihnen mehr Inspirationen liefert und zeigt, wo sie gut und preisbewusst einkaufen können.

Anne-Luise: Was sind denn deine Lieblingsmarken? Und wenn du ein Wäschestück designen dürftest, wie würde es aussehen? Oder hast du deine Traumwäsche sogar schon gefunden?

Lea: ohhh… jetzt könnte ich hier aber einen Roman antworten. Also Agent Provocateur ist weit vorne, Chantal Thomass ebenso. Les Jupons de tess ist noch recht neu auf dem Markt, aber ich habe mich sofort verliebt. Und Lost in wonderland! Ich mag die Berliner Designerinnen wie eben Scarletts Label aber auch November Lingerie von Imke Hille. Ach.. und I.D. Sarrieri, Aubade, Lise Charmel, …ich könnte immer weiter machen. Wenn ich ein Set designen dürfte, wäre es definitiv Schwarz und auf eine charmante Weise kokett und verspielt.

Anne-Luise: Deutschland ist ein BH-Entwicklungsland. Würdest du das so unterschreiben oder hast du andere Erfahrungen gemacht? Und was meinst du, woran liegt es, dass so viele Frauen ihre richtige BH-Größe(n) nicht kennen?

Lea: Unterschreibe ich sofort! Der BH ist hier eher notwendiges Übel als verführerisches Accessoire – so wie in Frankreich oder Italien. Ich glaube, dass wir hierzulande weniger auf den persönlichen Luxus fokussiert sind. Wir geben Feminität und Erotik nicht so eine große Bedeutung wie es zB die modischen Französinnen tun. Sie ziehen einen Strapsgürtel im Büro an und wir fühlen uns verkleidet, wenn wir es einmal im Jahr machen ;-)…zudem kommt auch, dass viele eben günstig mal eben Wäsche kaufen und wir wissen alle, dass es bei H&M keine vernünftige BH-Beratung gibt und bei D-Cup Schluss ist. Damit finden sich auch junge Mädels ab und tragen unwissentlich einen BH, der nicht optimal sitzt. Sie kennen es nicht anders. Erst, wenn dann Nackenschmerzen kommen oder die Mutter einen mal mit ins Fachgeschäft nimmt, ändert sich vielleicht was. Aufklärung ist wichtig – darum gibt’s auch Dessous Diary. Und du machst ja auch echt Missionarsarbeit.

Anne-Luise: Bei Dessous Diary geht es ja nicht nur um hübsche Unterwäsche, sondern auch noch um andere Themen. „Beauty“ ist zum Beispiel ein Ressort, dass ihr letztens hinzugefügt habt. Würdest du sagen, ihr habt damit schon eine bestimmte Zielgruppe im Auge? Schreibt ihr eher für die etwas luxuriösere Frau, die sich gerne ab und zu mal etwas gönnt?

Lea: Für mich war es von Anfang an klar, dass ich auch ein bisschen Beauty mit einbringen möchte, denn ein gepflegtes Äußeres gehört für mich einfach zu einer Frau dazu. Niemand muss sich stark schminken oder Luxuskosmetika im Bad stehen haben, um etwas aus seinem Typ zu machen. Da ich auch als freie Journalistin viel über Beauty schreibe, wollte ich ein paar Lieblinge auch auf Dessous Diary zeigen. Es sind fast alles Marken und Produkte, die ich selbst schon getestet habe. Aber allgemein richtet sich das Blog an alle Frauen von jung bis alt, die Freude an schönen Dingen haben. Ob Konfektionsgröße 34 oder 58 ist dabei egal! Auch das Budget soll keine Rolle spielen: Wir haben immer wieder Beiträge über Luxusdessous (sie sind aber auch zu hübsch) und auch Low Budget-Wäsche. Es ist mir aber wichtig, kritisch und ehrlich zu berichten. Ein BH von einem Discounter für 3,99 aus Polyster-Acryl hält keine fünf Jahre…ich finde, dass darf man auch ruhig schreiben. Genauso verhält es sich aber auch mit den großen Designerlabels – ich habe schon einige Modelle großer Namen getragen und war enttäuscht. Das schreibe ich dann auch. Dessous Diary möchte nichts verkaufen, wir möchten inspirieren und informieren – auf unterhaltende Weise.

Vielen Dank für das tolle Interview, liebe Lea! Und wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und mehr über Dessous Diary wissen möchtet, könnt ihr auch mal auf den Social Media Präsenzen des Blogs vorbeischauen: Dessous Diary findet ihr auf Facebook und Twitter.