Große Brüste, anliegender Steg & Dekolleté – es ist möglich!

Vor ein paar Tagen stellte ich erschrocken fest, dass viele gute und interessante Kommentare auf meinem Blog einfach in den Spam gewandert sind. Dort auch mal nachzuschauen, habe ich anscheinend versäumt, kamen doch manchmal Kommentare von echten Menschen durch, im Spam waren bisher hauptsächlich Bots, die mich für meinen Schreibstil loben und möchten, dass ich bei Ihnen Schuhe, Uhren und sowas einkaufe.

Jedenfalls! Ich entdeckte einen Kommentar zum Thema BH-Schnitte vom November 2014, eine Dame schrieb, wenn der Steg bei ihr anliege, würden die BHs in ihrer Größe (80H) die Brüste nach außen drücken, was sie optisch nicht so ansprechend fände. Das konnte ich gleich total verstehen, ging es mir selbst doch mit einigen BH-Schnitten nicht anders. Als ich (mit der derzeitigen Größe 36H/38GG, was etwa einer EU 80K/85J entspricht) an mir herunterschaute, dachte ich mir: Mensch, da musst du doch mal Fotos machen! Bilder sagen doch mehr als jede wortreiche Erklärung. Es traf sich ganz gut, dass ich sowieso gerade den BH trug, der bei mir aktuell die Brust am besten nach vorne bringt. Fotos waren schnell gemacht – mit dem Handy, also entschuldigt bitte, wenn sie keine Studioqualität haben 🙂

Wenn ein BH die Brust nach außen drückt und dadurch den Oberkörper optisch breiter erscheinen lässt, liegt es nämlich doch meistens am Schnitt, auch in den großen Größen. Ein schmaler Steg gibt der Brust Platz, damit sie nach vorne kommen kann, weiter außen angebrachte Träger schieben das Gewebe nach vorn, so dass man von vorn nicht breiter aussieht, als man ist. Der Stoff muss natürlich auch genügend Brustvolumen in der Nähe des Stegs zulassen, damit der Steg anliegen kann und die Brust Platz für ein Dekolleté hat.

Dass es solche BHs in den großen Cupgrößen selten (hierzulande) zu kaufen gibt, hat zwei Gründe:

1.) Mit wachsender Körbchengröße wird auch das Brustgewicht größer. Dadurch wird es komplizierter, BHs zu konstruieren, die guten Halt bieten. Am einfachsten geht das, wenn die BHs relativ bedeckend sind und das Brustgewicht gut verteilen. Wird viel Brustvolumen nach vorne geschoben, ist es schwieriger, auch zur Mitte Stabilität zu bieten. Die Brust soll ja nicht aus dem Cup fallen, wenn ihr euch bückt oder bewegt. Das wird häufig durch hochgeschlossene Schnitte erzielt, die die Brust zu den Seiten drücken, wenn der Steg anliegt. Der tiefste Punkt des Körbchens sitzt nicht in der Mitte, sondern mehr an den Seiten, näher am Körper.

2.) Bei großen Brüsten werden gern sogenannte Minimizer empfohlen. Das sind BHs, die die Brust optisch minimieren sollen. Allerdings sieht die Brust nur im Profil kleiner aus. Der BH-Schnitt verteilt das Brustgewebe auf dem Oberkörper, die Brust wird angedrückt und wirkt dadurch von vorne noch größer, der Oberkörper breiter. Ich würde deshalb nicht unbedingt bei großen Brüsten zu Minimizern raten. Sie haben einen bestimmten Schnitt, der ganz gut geeignet sein kann, wenn ihr am Steg nicht so viel Volumen habt. Für eine optische Verkleinerung ist übrigens eine leicht kegelige Brustform geeigneter.

Im britischen und polnischen Angebot gibt es einige BHs, die auch in den großen Cups erhältlich sind, und die ein schönes Dekolleté trotz (oder wegen?) des anliegenden Stegs zaubern können. z.B. sind das…

Achtung: Die hier aufgeführten Größen sind britische Cupgrößen, d.h. ein britisches K-Cup entspricht ca. einem (theoretischen) EU O-Cup, ein J-Cup etwa einem EU M-Cup

Wie alles Wissen im Bereich des Brafitting kann dies hier auch nur ein Hinweis sein, eine Idee, die euch bei der Suche nach passenden BHs weiterhelfen kann. Natürlich geht es vor allem darum, was ihr gerne tragen mögt und worin ihr euch wohlfühlt. Ich wollte euch mit diesem Beitrag einfach mal zeigen, wie solche BHs sitzen können und dass es sie gibt.

 

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