Berlin ist immer eine Reise wert – Besuch bei Aquamondo, Everyday Boudoir, Brafinette und Doppel D

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Während meines Urlaubs war ich für ein Wochenende in Berlin. Dort habe ich Menschen getroffen, die sich für (d)ein gutes Körpergefühl einsetzen. Und wo ich schon mal da war… auch gleich zwei Wäschegeschäfte besucht, die ich euch empfehlen kann. Zu Gast … Continue reading 

Bralove – passende BHs in allen Größenbereichen

Wie ihr in meinem letzten Artikel lesen konntet, habe ich nichts gegen Onlineshops 😉 Ich arbeite jetzt sogar mit einem zusammen. Meine Sale-Artikel findet ihr im Shop von Bralove. Und damit ihr seht, weshalb ich mich für diese Kooperation entschieden habe, habe ich das Bralove-Team um ein Interview gebeten. Es geht um ihre Motivation und ihre Wünsche für die Zukunft, aber auch um kritische Fragen…

Anne-Luise: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Onlineshop mit Unterwäsche zu eröffnen? Es gibt da ja schon einige… Was unterscheidet euch von ihnen?

Bralove: Die Idee, einen Onlineshop zu gründen, kam zunächst durch eigene Erfahrungen mit dem Thema Brafitting und durch die Suche nach dem einen passenden BH. Es war eine Suche, die immer häufiger im Ausland endete. Irgendwann wurde die Frage laut: wie kann das sein? Was haben die, was wir in Deutschland nicht haben? Der Rest lief klassisch: Es gab ein Treffen im Kölner Brauhaus und nach 3 Kölsch wurde die Geschäftsidee nicht etwa auf den Bierdeckel niedergekritzelt, sondern ins Smartphone eingetippt.

Die Gründungsidee entstand also mit Blick auf die britischen Onlineshops, deren Philosophie in Deutschland noch nicht so richtig angekommen zu sein scheint – daher nehmen wir das Zepter jetzt selbst in die Hand. Unser Ziel ist es, mehr als ein reiner Online-Katalog mit Bestellmöglichkeit zu sein. Wir liefern den Kund_innen Informationen, treten in den direkten Dialog und bieten einen umfassenden Service. Größentabelle, Fitting Video und unsere Fitting Tipps sollen helfen, Berührungsängste mit dem Thema BH-Fitting abzubauen.

Die Auswahl der Hersteller_innen ist nicht einfach, neben den klassischen Traditionsmarken gibt es immer mehr Indielabels und auch ausländische Hersteller_innen, die viele verschiedene Größen und Schnitte anbieten. Nach welchen Kriterien habt ihr eure Marken ausgesucht?

Wir bieten nur Produkte an, von deren Qualität und Passform wir überzeugt sind. Produkte, die wir mit gutem Gefühl in unser Sortiment aufnehmen können und mit denen unsere Kund_innen lange Freude haben werden. Wir bevorzugen Marken, deren Größenspektrum weitreichend ist – unser Fokus liegt hier aktuell ganz klar auf britischen Labels. Außerdem achten wir darauf, Modelle von Hersteller_innen auszuwählen, die (in allen Größenbereichen) mit dem Trend gehen, hübsch aussehen und ja, die man beim Bummel durch die Einkaufspassage eben nicht finden würde. So haben z.B. Longlines dieses Jahr bei uns Einzug erhalten.

Agnes vom Brafitting-Studio „Formsache“ hat in einem Interview mit dir mal folgenden Satz geäußert:

Wir müssen anfangen „ehrliche“ Wäsche anzubieten. Produkte, die sich wirklich an den Bedürfnissen von Frauen orientieren und nicht nur so tun als ob.

Dem haben wir eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Sollten Leser_innen sich für die Zukunft bestimmte Marken oder Modelle wünschen, freuen wir uns sehr über eine kurze Mail. Gerne versuchen wir Wünsche zu berücksichtigen.

Und wohin möchtet ihr euch langfristig entwickeln (z.B. im Bezug auf Hersteller/Größen/Modellangebot)?

Unsere Vorbilder sind sicherlich die britischen Anbieter, wie Bravissimo, Figleaves oder Brastop. Unser ganz klares Ziel: allen Größenbereichen eine adäquate Auswahl ermöglichen. Dies wird eine gewisse Zeit dauern aber mit jedem BH, den wir verkaufen, bekommen wir die Möglichkeit das Sortiment zu erweitern und kommen damit unserem Ziel einen Schritt näher. Für uns geht vieles aktuell sehr schnell, du darfst nicht vergessen, dass wir gerade erst ein gutes halbes Jahr am Markt sind. Wir haben bisher nur tolle und positive Resonanz erfahren, können aber auch nur einen kleinen Schritt nach dem anderen machen.

Sicher ist, dass BHs bei uns nie zu einer Kategorie verkommen werden, sondern immer unser alleiniger Fokus bleiben. Nur so können wir den Kund_innen gewährleisten, Experte für diese Nische zu sein und uns von anderen Marktteilnehmern abgrenzen.

Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass online auch gute Beratung gewährleistet werden kann, weil man sich ja nicht persönlich trifft. Gibt es da von eurer Seite Angebote, wenn sich jemand mit der Größe noch nicht so ganz sicher ist?

Online kann sicherlich nicht das leisten, was eine qualitativ hochwertige und empathische BH-Beraterin im persönlichen Gespräch leisten kann. Da machen wir uns gar keine Illusionen und den Anspruch werden wir auch nie haben. Wir können aber für viele einen ersten Anlaufpunkt darstellen, wir können informieren und aufklären – wir bieten die Möglichkeit, sich langsam an das Thema Brafitting heranzutasten. Wir sind kein anonymer Online-Shop und freuen uns sehr über Besuch. Regelmäßig kommen Kund_innen bei uns vorbei und sind dankbar, dass es in Köln und Umgebung nun auch ein breites Größenspektrum gibt. Darüber hinaus beraten wir per Telefon, E-Mail oder Skype.

Onlineshops werden vom klassischen Einzelhandel oft kritisch betrachtet. Worin seht ihr die Hauptgründe? Ist die Skepsis berechtigt? Und was können wir tun, um Vorurteile abzubauen?

Der Online-Markt stellt eine enorme Konkurrenz zum klassischen stationären Einzelhandel dar, insbesondere wenn man sich die jährlichen Wachstumsraten anschaut. Niemand ist glücklich über Konkurrenz. Wenn diese dann auch noch eine größere Auswahl, bessere Preise und eine ständige Abrufbarkeit bietet, ist der Bösewicht schnell gefunden. Dies ist allerdings eine sehr starre Betrachtung der Wirklichkeit.

Wir leben zum Glück in einer freien Marktwirtschaft, in der die Handelslandschaft stetigen Veränderungen unterliegt. Dabei ist es die Aufgabe eines jeden Händlers, sich auf diese einzustellen und für sich zu nutzen. Die Homepage wird zum zweiten Schaufenster, Social Media Profile zum neuen Werbeflyer, Suchmaschinen zu den neuen Vertretern und diverse Apps ermöglichen eine schnelleres Word-of-Mouth-Marketing als jemals zuvor.

Ein klassischer Einzelhändler, der es schafft, seine Kund_innen im Netz abzuholen, sie im Geschäft qualitativ hochwertig zu beraten und sie bis zum nächsten Einkauf online zu begleiten, für den ist die digitale Welt sicherlich kein Schreckensgespenst.

Stationäre Händler dürfen sich der Online-Welt nicht verschließen, aber hier sind sich hoffentlich mittlerweile alle einig.

Die Wäschebranche gilt als eingestaubtes Business. Seht ihr das auch so? Oder tut sich vielleicht nach eurer Erfahrung gerade etwas am Markt?

Das ist aber eine gefährliche Frage. Man muss immer aufpassen mit Vorurteilen und Pauschalisierungen. Es gibt am Markt die tollsten und engagiertesten Läden, die es schaffen, dass Kund_innen mit einem Lächeln den Laden betreten und mit einem noch breiteren Lächeln den Laden wieder verlassen, das ist toll! Aber wie überall im Leben gibt es auch hier Negativbeispiele, bei denen deine Frage leider mit Ja zu beantworten ist.


Bei der Dessousbranche in Deutschland handelt es sich um einen stark segmentierten Markt, der sich unserer Meinung nach gerade am Anfang eines Konsolidierungsprozesses befindet. Hierbei müssen die kleinen Akteure aufpassen, dass Sie nicht aufgrund einer immer stärkeren Expansion Größerer irgendwann komplett vom Markt verschwinden. Die einzige Möglichkeit sehen wir hier in der Kooperation Einzelner, um so Skaleneffekte zu erreichen, die eine Konkurrenzfähigkeit zulassen.

Was brauchen die Kund_innen, um sich (wieder) für schöne Wäsche zu interessieren?

Unsere Meinung: Die Wäsche muss hübsch sein. Die Wäsche muss es in allen Größenbereichen geben. Sie muss passen. Die Beratung muss gut sein und das Wichtigste: JEDER Mensch darf sich in hübscher Wäsche wohlfühlen. Wir finden, da gibt es noch viel Nachholbedarf. Es muss Spaß machen, Wäsche an- und auszuprobieren und ich muss mich als Kund_in dabei wohlfühlen können und dürfen. Dies ist unseres Erachtens ein Schlüssel in die richtige Richtung. Nur wenn ich mich während des Einkaufs wohlfühle, bin ich bereit auch neue Dinge auszuprobieren.

Viele Menschen fühlen sich mit einem wachsenden Druck konfrontiert, einem bestimmten Ideal zu entsprechen. Wie kann die Wäschebranche da entgegenwirken? Und was können wir im kleinen eurer Meinung nach tun?

Zwei Fragen, die eigentlich einen eigenen Beitrag verdient hätte, aber wir versuchen möglichst knapp darauf zu antworten.

Wir leben in einer Welt, in der Informationen jederzeit und überall abrufbar sind. In einer zunehmend schnelllebigen Gesellschaft, in der aufgrund der stärkeren öffentlichen Präsenz eines jeden Einzelnen weniger Raum für das Individuum selbst bleibt. Kund_innen sind damit konfrontiert den einzelnen Trends und Erwartungen immer mehr gerecht werden zu müssen/wollen und doch Ihre Individualität nicht zu verlieren.

Diese Einflüsse führen dazu, dass Trends sich wesentlich schneller verbreiten aber auch eine kürze „Lebenszeit“ haben. Die Herausforderung für uns als Wäschebranche besteht darin, einerseits ein besseres Gespür für Trends zu entwickeln und uns diesen nicht zu verschließen, andererseits müssen wir es schaffen, die Individualität der Kund_innen nicht aus den Augen zu verlieren, sondern zu stärken. Wenn wir diesen Spagat meistern, haben wir einiges erreicht.

„Jeder soll sich so wohlfühlen dürfen, wie er ist“. Diese Message werden wir nur verbreiten können, wenn sich Kund_innen auf uns einlassen und dazu müssen wir zeitgerecht auftreten und dürfen uns Entwicklungen und Veränderungen nicht verschließen.

Vielen Dank an Anika und Sven für das interessante Gespräch 🙂 Ihr wollt mehr über Bralove erfahren? Auf der Webseite findet ihr zum Beispiel gute Fitting-Tipps und könnt euch ein Video anschauen. In den sozialen Netzwerken findet ihr Bralove bei Facebook, Twitter, Instagram, Youtube oder Pinterest.

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Onlineshops zerstören den Fachhandel, oder? Was ich wirklich über Onlineshops denke.

Onlineshopping ist etwas Alltägliches. Ich kenne jedenfalls sehr wenige Personen, die noch nie online etwas gekauft haben. Es ist ja auch total bequem: Du sparst dir den Stress im Geschäft und bist nicht an Öffnungszeiten gebunden. Was total praktisch ist, wenn du immer dann arbeitest, wenn kleine Geschäfte geöffnet haben.

Als ich so 16 Jahre alt war und meine ersten modischen Experimente kaufte, hatte ich so meine Anlaufstellen. Ich wusste, wo es den Stil gab, den ich mir vorstellte und irgendwann auch, was wo wie viel kostet, so ungefähr. Mode war jedoch nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der Erreichbarkeit. Wenn die nächste Stadt 40km entfernt liegt, überlegst du dir eben doch, dich mal in der Nachbarschaft umzuschauen. Kleine Geschäfte hatten es so leichter, zu überleben.

Heute ist das nicht mehr so easy.

Wer ein Ladengeschäft hat, weiß, dass Laufkundschaft allein nicht ausreicht. Und dass Kund_innen gnadenlos Preise vergleichen. Mit einem Klick ist das heute möglich. Viele inhaber_innengeführte Geschäfte haben den Preiskampf verloren. Der Onlinehandel wurde zum Schreckgespenst, eine Großmacht, gegen die du dich als kleiner Laden nicht durchsetzen kannst.

Kleine Läden gewinnen selten den Preiskampf. Dafür kannst du direkt anprobieren, bekommst einen Kaffee und wirst beraten.

Kleine Läden gewinnen selten den Preiskampf. Dafür kannst du direkt anprobieren, bekommst einen Kaffee und wirst beraten.

Dabei wird jedoch vergessen, dass insbesondere im Bereich Dessous und Wäsche „online“ gar nicht das ganze Problem beschreibt. Wer schon einmal nach einem gut sitzenden BH gesucht hat, steht erst mal vor dem Größenproblem. Und selbst wenn du ungefähr deine richtige(n) Größe(n) weißt, kann es trotzdem sein, dass du 100 BHs bestellst und 100 BHs wieder zurückschickst.

Manchmal kommt es auf den Milimeter an.

Deine BH-Beraterin sieht meist sofort, welche Modelle dir passen können und welche du nicht probieren musst. Das macht das Einkaufen im Geschäft natürlich um einiges leichter. Allerdings, und das muss man mal ehrlich zugeben, sind nicht alle BH-Beraterinnen gut. Manche haben Verkaufsdruck und möchten dir etwas andrehen, was nur mäßig passt, weil gerade nichts anderes da ist. Oder sie bewerten deine Körperform und machen so den Einkauf zu einem unangenehmen Erlebnis. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die ihr Geld gern bei einem lokalen Unternehmen gelassen hätten, wenn sie nicht eine (oder beide) dieser Fälle zu oft erlebt hätten. Das ist eine nicht zu unterschätzende und traurige Facette der Onlineproblematik.

Eine andere Seite ist eine Frage der Gewöhnung.

Durch große Shops wie Amazon und co sind wir gewohnt, eine unendliche Auswahl zu haben. 3000 Artikel sind gar nichts. Das ist natürlich etwas, was ein kleines Geschäft nicht leisten kann. Wenn du z.B. einen Basicartikel in allen Größen einkaufen möchtest, dann landest du schnell bei 150 BHs. Das ist aber nur ein Modell. In einer Farbe. Ohne Unterteile. Du kannst dir in etwa vorstellen, wieviel Platz und welche enorme Investition zu tätigen müsstest, um für jede_n das passende Wunschmodell da zu haben. Gepolstert, ungepolstert, bedeckend, für tiefe Ausschnitte geeignet, trägerlos, nahtlos, schlicht oder mit Spitze. In Schwarz, Weiß, Beige, Braun, Pink, Rot, Hellblau, Dunkelblau… Das ist etwas, was ein kleiner Shop nicht leisten kann.

Allerdings, und das ist die gute Nachricht für Händler_innen: Auswahl kann auch überfordern. Kaum jemand hat Lust, aus 3000 Teilen 20 auszusuchen, die optisch gefallen, dann aber beim Anprobieren doch ein Reinfall sind. Oder die zwar toll passen und aussehen, aber nach den ersten paar Wäschen auseinanderfallen. Eine gute BH-Beraterin ist deshalb auch eine kluge Einkäuferin. Sie weiß, dass nicht jedes Modell im gesamten Größenspektrum gut sitzt. Deshalb kauft sie gar nicht alle Größen ein. Und du musst dich nicht bei der Anprobe mit Modellen mit geringer Trefferchance herumärgern.

Ein damals sehr beliebtes Modell: Kalyani Natural Charm. Umwerfende Farbkombi, hoher Baumwollanteil. Leider in meiner alten Größe 40J für die wenigsten geeignet.

Ein damals sehr beliebtes Modell: Kalyani Natural Charm. Umwerfende Farbkombi, hoher Baumwollanteil. Leider in meiner alten Größe 40J für die wenigsten geeignet.

Genauso ist es auch bei kleinen Onlineshops. Auch sie treffen eine qualitative Auswahl. Und bieten retourfreudige Artikel erst gar nicht an, weil es nicht wirtschaftlich ist. Und gut für Ihre Kund_innen. Weil sie nicht darauf bauen möchten, dass jemand die Rücksendefrist schon versäumen wird. Aus den oben erklärten Gründen ist es nicht leicht, schon zu Beginn all das anzubieten, was man den Kund_innen bieten möchte. Es ist einfach zu teuer. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass viele kleine Shops lernen. Sie hören zu und stellen sich auf die Nachfrage der Kund_innen ein. Die großen sind da doch oft schwerfälliger. Oder möchten nur eine bestimmte Kundschaft mit einem bestimmten Style (um nicht zu sagen: einer bestimmten Form und Kleidergröße).

Das größere Problem – die Ketten

Ein Problem für uns alle sind da eher die großen Ketten, die „Beratung“ auf ihre Fahnen schreiben, und Aushilfen einstellen, die gerade mal wissen, wie ein Maßband aussieht. Nichts gegen die Aushilfen. Das ist alles eine Frage der Kosten für Weiterbildung. Und weil die Wäsche billig sein soll und deshalb gekauft wird, muss das Maßband eben ausreichen.

Diese Politik ist für kleine Geschäfte – offline wie online – ein Problem. Sie sorgt für weitere Fehlkäufe. Und weil diese unter dem Label „Beratung“ getätigt wurden, für noch mehr Unzufriedenheit und weniger Vertrauen. In die Branche oder in den eigenen Körper.

Und weil das unglaublich schade ist, denke ich, dass die Kleinen zusammenhalten müssen. Offline wie online. Weil wir alle das gleiche Ziel haben: Etwas zu tun, was uns und euch Freude bringt und wovon wir auch leben können.

Natürlich hatte ich sie auch, meine Online-Ärger-Momente.

Wenn mich jemand fragt, ob es meine BHs nicht woanders online günstiger gäbe. Ob ich da nicht was empfehlen könnte, wo man diese exotischen Größen findet. Wenn Schilder fotografiert werden, um später danach im Internet zu suchen, nachdem ich eine Stunde kostenlos beraten habe oder zu unmöglichen Zeiten extra ins BH Studio gefahren bin. So was enttäuscht mich. Und ich denke dann: Kauf gerne online, aber dann musst du deinen Kaffee und deine Gummitiere, die du soeben bei mir verzehrt hast, auch selbst bezahlen.

Zum Glück sind das aber Einzelfälle. Und Menschen, die ehrliche Arbeit und Beratung nicht wertschätzen, die gibt’s wohl überall. Für mich ist das kein Grund mehr, auf die Onlineshops böse zu sein. Zumindest nicht auf die kleinen 😉

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Mein Abschiedsbrief. An die Diätindustrie.

Liebe Diätindustrie,

wir müssen reden. Ich habe in der letzten Zeit viel über uns beide nachgedacht. Ich weiß noch, wie das war, als wir uns damals kennenlernten. Da sagtest du mir, was ich machen muss, um mich schöner zu finden. Und dass ich das machen muss, damit andere mich schön finden. Das sei wichtig für ein erfolgreiches, glückliches und generell akzeptables Leben. Und so gesund.

Ich habe das alles gemacht. Es war eine gute Partnerschaft mit dir, wir haben viel zusammen erreicht, ich fühlte mich fleißig und erfolgreich. Allerdings mochte ich damals eigentlich nur dich und nicht mich. Und wenn ich genau darüber nachdenke, war ich da am wenigsten dick – aber auch am wenigsten gesund.

Kuchenloop

Ich lasse mir von dir heute nicht mehr sagen, dass ich keine Torte essen soll. Ich esse sogar Torte in der Öffentlichkeit. Stell dir das mal vor! Und das, obwohl du mir viele Jahre lang immer ins Ohr gesäuselt hast, dass das jetzt einfach nicht erlaubt ist. Dabei ist Torte eine tolle Erfindung. Manchmal esse ich sie, während ich alleine in einem kleinen Café sitze und mich wohlfühle. Oder ich freue mich, wenn der Freund eine gebacken hat. Das kann er nämlich viel besser als ich. Und er freut sich, wenn es mir schmeckt. Das sind so kleine Momente, die machen mich fröhlich.
Manchmal finde ich einen Zettel auf meinem Schreibtisch, dass der Abend schön war, vielen Dank <3

Solche Momente hatte ich mit dir ehrlich gesagt noch nie. Du bist da so ganz anders als der Freund. Du backst keine Torte und schreibst keine Zettel. Du willst von mir nur was haben: Mein gutes Gewissen und mein Geld. Du bist das beste Beispiel dafür, was man eine Nehmer-Mentalität nennt.

„Ja,“ höre ich dich sagen „aaaaber! Wenn du nur nicht so disziplinlos gewesen wärst und dich mal zusammengerissen hättest, statt einfach so im Café dein Leben zu genießen! So geht das ja nun auch nicht. Es muss schon ein bisschen Eigeninnitiative… und was du dann alles für Kleider/berufliche Zukünfte/gesundheitliche Glücksgefühle/Partner_innen hättest haben können! Aber du wolltest ja nicht!
Dabei schaffen andere das doch auch. Will’s doch einfach mal!“

Das kann schon sein. Andere schaffen das. Auch wenn es vielleicht nur für ein, zwei, drei Jahre ist, aber sie schaffens. Was überhaupt nochmal? Ach ja, Abnehmen. Das ist ja wichtig. Immer. Denn Abnehmen, das ist gesund.
Dabei stimmt das gar nicht. Nicht jeder Mensch muss abnehmen. Nicht jeder Mensch kann abnehmen. Und nicht jeder Mensch wird gesünder durchs Abnehmen.

Meine Gesundheit kam nicht mit dem Abnehmen, sondern dadurch, dass ich endlich darauf gehört habe, was mein Körper wirklich braucht. Wann ich satt bin und wann hungrig. Wann ich Salat essen möchte und wann Schokolade. Wann ich loslaufen möchte und wann gemütlich auf dem Sofa sitzen. Mein Körper sagt mir das einfach so, ganz ohne dich. Weil ich ihn nicht mehr hasse. Wir haben jetzt eine gute Partnerschaft. Er sagt mir, was er zum Leben braucht. Ich gebe es ihm. Dafür trägt er mich.

Ich brauche nicht in Light-Produkte, Anti-Cellulitecreme oder sonstwas investieren. Ich sehe darin keinen Sinn für mich, sondern nur für dich. Du verdienst damit Geld, dass andere unglücklich mit ihrem Körper sind. Deshalb machst du Werbung dafür, dass alle Menschen schön aussehen könnten, wenn sie dir nur etwas von ihrem Geld abgeben würden. Am Ende haben sie nichts dafür bekommen. Ganz schön hinterhältig von dir.
Du bist die Bad Bank der Körperakzeptanz.

Bleiben wir realistisch, so wie du es immer mochtest: Das mit uns hat keine Zukunft. Wir haben uns auseinandergelebt, sind inzwischen einfach zu unterschiedlich. Ich verstehe, dass das für dich jetzt nicht leicht ist, aber unsere Wege trennen sich hier.

Ich weiß nicht, was ich dir zum Abschied wünschen soll. Vielleicht, dass du in dich gehst und dich änderst. Mach doch was sinnvolles. Zum Beispiel was mit Mode. Da ist für dicke Menschen nämlich noch Bedarf.

Was du auch machst, mach es mal gut!

Deine Anne

Disclaimer:
Ich möchte niemanden für den Wunsch nach weniger Gewicht verurteilen. Ich habe nur etwas gegen Firmen, die uns einreden möchten, wir müssten uns schlecht für unser Aussehen fühlen. Sie spielen mit Hoffnungen und Ängsten, um sich daran zu bereichern. Und in den meisten Fällen werden diese Hoffnungen enttäuscht, weil die Produkte oder Dienstleistungen auf Dauer nicht den gewünschten Effekt bringen.

Es nervt und ärgert mich, wenn Unternehmen auf mich zukommen, die Schönheitsoptimierungsprodukte über mich verkaufen wollen. Das Argument ist stets, dass ich die Menschen ja halbnackt sehe und ich dann leicht ein paar Abnehmpülverchen nebenbei verticken könnte, wenn die Leute in dieser Situation Unzufriedenheit mit ihrem Körper äußern. Einen derartigen Vertrauensmissbrauch begehe ich nicht,es widerspricht allem, wofür ich stehe.

 

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Die 12 größten Mythen über gepolsterte BHs

Gepadded, gefüttert, gepolstert, unterlegt, wattiert. Es gibt viele Bezeichnungen für BHs, die ihre Form selbst halten. Und genauso viele Mythen kursieren auch darüber. Zeit, mal damit aufzuräumen. An dieser Stelle vielen Dank an meine Fitmodels <3

1. Gepaddete BHs lassen die Brust größer wirken

Stimmt nicht. Vermutlich kommt dieser Mythos daher, dass gepaddete BHs aus dickerem Material sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass Continue reading

Facebook und ich. Eine lange Geschichte. #fbziele

Die Blogparade #fbziele von Annette Schwindt hat mich zum Nachdenken gebracht. Wusste ich von Anfang an, wohin die Reise gehen soll? Ich glaube nicht. Als kleines Unternehmen finde ich es wichtig, Ziele immer wieder neu zu setzen. Zu Beginn war ich übrigens eine Facebook-Skeptikerin. Warum ich inzwischen gern auf Facebook bin? Für meine Kundinnen, klar 🙂 Und ganz nebenbei ist Facebook für mich zum wichtigsten Businessnetzwerk geworden. Continue reading